Das Atash-Bahram-Feuer wurde in Sanjan mit Alaat (heiligen Weiheinstrumenten) geweiht, die 715 aus dem Iran nach Indien gebracht wurden. Dies geschah infolge der Migration von Zoroastriern aus Großpersien aufgrund der Verfolgung durch die islamischen Herrscher, die das Land erobert hatten. Diejenigen, die nach Indien zogen, werden Parsen genannt. Die frühesten Belege für die Verehrung des heiligen Feuers in zoroastrischen Tempeln stammen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.
Die Parsen reisten mit dem Schiff von Hormuz im Persischen Golf und landeten an der indischen Küste bei Diu. Von dort zogen sie entlang der Küste nach Sanjan, wo ihnen der dortige Hindu-König Jadi Rana Asyl und Land zur Ansiedlung gewährte, allerdings unter einigen Auflagen. Sie ließen sich in Sanjan nieder und errichteten dort 721 ihren ersten Atash Bahram, einen Feuertempel ersten Ranges (Feuer aus sechzehn Quellen), in Indien. Das heilige Feuer wurde nach der Weihe mit Alaats (heiligen Utensilien), die aus dem Iran gebracht worden waren, eingeweiht.
Dieser Tempel schuf somit eine Silsila, eine traditionelle Verbindung, für die Parsi-Gemeinde von Sanjan zum Iran. Die Weihezeremonie umfasste lange und verschlungene Riten, die sich über viele Monate erstreckten. Der Tempel erblühte, die Gemeinde fasste feste Wurzeln, und es war ihr einziger Tempel dieser Art in jener Zeit, obwohl sich die Gemeinde später in andere Regionen Indiens ausbreitete. Der Atash Bahram (Iran-Shah-Feuer) ist ein Symbol für die zoroastrische Monarchie des Iran, die von den Arabern gestürzt wurde.